Beatriz Roldán Cuenya gewinnt Paul-H.-Emmett-Preis

5. November 2020

Die Direktorin der Abteilung Grenzflächenwissenschaft wurde als Gewinnerin des Paul-H.-Emmett-Preises 2022 für Grundlegende Katalyse bekannt gegeben, der von der North American Catalysis Society vergeben wird.

Prof. Beatriz Roldán Cuenya ist Direktorin der Abteilung Grenzflächenwissenschaft und die erste weibliche Direktorin in der Geschichte des Fritz-Haber-Instituts.

Alle zwei Jahre ehrt die Nordamerikanische Gesellschaft für Katalyse (North American Catalysis Society, NACS) bis zu zwei Forscher*innen, die einen Beitrag auf dem Gebiet der Katalyse geleistet haben, wobei der Schwerpunkt auf der Entdeckung und dem Verständnis katalytischer Phänomene, Reaktionsmechanismen und der Identifizierung katalytischer Deskriptoren liegt. Darüber hinaus wird der Paul-H.-Emmett-Preis an Forscher*innen unter 46 Jahren vergeben und würdigt damit schnell fortschreitende wissenschaftliche Karrieren. Unter den Preisträgern sind namhafte Wissenschaftler wie Gábor A. Somorjai von der Universität Berkeley (1977), sowie der Nobelpreisträger Gerhard Ertl (1979), langjähriger Direktor des Fritz-Haber-Instituts.

Der NACS Präsident hat kürzlich die Preisträger*innen für 2021 und 2022 bekannt gegeben: Professor Thomas Jaramillo von der Stanford University, und Professor Beatriz Roldán Cuenya vom Fritz-Haber-Institut der Max-Planck-Gesellschaft. Jingguang Chen, der Präsident der Nordamerikanischen Gesellschaft für Katalyse, hat bei der Bekanntgabe der Gewinner die folgende Erklärung abgegeben:

"Professor Roldan hat außergewöhnliche Beiträge zum mechanistischen Verständnis thermischer und elektrokatalytischer Reaktionen geleistet, die auf der Verwendung gut definierter nanostrukturierter Materialien in Verbindung mit zukunftsweisenden in situ und operando mikroskopischen und spektroskopischen Charakterisierungsmethoden beruhen. Ihre herausfordernde experimentelle katalytische [Katalyse-] Forschung hat unser grundlegendes Wissen darüber, wie geometrische und elektronische Eigenschaften die katalytische Leistung beeinflussen, stark erweitert. Insbesondere hat sie Einblicke in die Wiederverwendung von CO2 durch dessen thermische oder elektrochemische Umwandlung in höherwertige Chemikalien und Brennstoffe wie Methanol, Ethylen oder Ethanol gegeben. Ein Höhepunkt ihres Forschungsprogramms sind Studien, die sich mit der dynamischen Natur von Nanokatalysatoren unter Reaktionsbedingungen, unter Verwendung von Synchrotron-basierter Operando-Spektroskopie und Beugungsmethoden in Kombination mit Umwelt-Transmissionselektronenmikroskopie. Sie hat Pionierarbeit bei der Kombination von Kolloidchemie und elektrochemischer Synthese zur Herstellung von katalytisch aktiven Modellmaterialien und deren chemischer Funktionalisierung und Restrukturierung durch Plasmabehandlungen geleistet. Insgesamt hat ihre Arbeit dazu beigetragen, die Lücke zwischen Oberflächenchemie und "echter" Katalyse zu schließen, indem sie skalierbare Ex-situ-Syntheseansätze schuf, die zu monodispersen Nanomaterialien führten, und diese einer eingehenden physikalisch-chemischen Charakterisierung unter realistischen Reaktionsbedingungen aussetzte. Ihre Forschung wird dazu beitragen, das rationale Design der nächsten Generation von Katalysatoren auf der Grundlage des atomistischen Verständnisses zu lenken".

Prof. Roldán freut sich über diese wichtige Auszeichnung. "Es ist eine große Ehre für mich, die zweite deutsche Gewinnerin in der Geschichte dieses prestigeträchtigen Preises zu sein. Die Tatsache, dass Gerhard Ertl der erste war, ist etwas ganz Besonderes – als Wissenschaftler und Direktor am Fritz-Haber-Institut ist er für mich ein Vorbild.“

Der Preis ist mit $5000 und einer Plakette dotiert. Die Plakette wird während der Abschlusszeremonie auf dem Bankett des nächsten Nordamerikanischen Treffens der Gesellschaft für Katalyse (NAM27 in New York City) überreicht. Beide Preisträger*innen werden auch einen Plenarvortrag halten.

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