Buchveröffentlichung: “Thirty Years of the Chemical Weapons Convention (CWC): Histories, Achievements, Challenges”
Das im Februar von Springer als Open-Access-Publikation erschienene Werk – herausgegeben und mitverfasst unter anderem von Bretislav Friedrich, emeritierter Forschungsgruppenleiter in der Abteilung Molekülphysik am Fritz-Haber-Institut – enthält Beiträge der gleichnamigen Berliner Konferenz „Thirty Years of the Chemical Weapons Convention (CWC): Histories, Achievements, Challenges“ (5.–6. Oktober 2023) sowie weitere Beiträge.
Am 30. September 2023 schlossen die Vertragsstaaten des Chemiewaffenübereinkommens (Chemical Weapons Convention, CWC) die Vernichtung ihrer gemeldeten Chemiewaffenbestände ab. Dies war der Höhepunkt eines Prozesses, der 30 Jahre zuvor mit der Unterzeichnung des CWÜ in Paris im Jahr 1993 begonnen hatte.
Nur eine Woche später, vom 5. bis 6. Oktober 2023, fand im Harnack-Haus in Berlin die Konferenz “30 Years of the Chemical Weapons Convention (CWC): Reflecting on History, Celebrating Achievements, and Addressing Challenges” („30 Jahre Chemiewaffenübereinkommen (CWC): Rückblick auf die Geschichte, Würdigung der Erfolge und Bewältigung der Herausforderungen“) statt, um diese beispiellose Erfolg in der Abrüstung zu würdigen. Die Konferenz bot einen umfassenden Überblick über die Geschichte und die Erfolge des CWC sowie über die Herausforderungen, denen es im heutigen, sich wandelnden politischen Umfeld gegenübersteht.
Vor kurzem erschien der gleichnamige Buchband zur Konferenz, herausgegeben von den drei Organisatoren der Konferenz: Prof. Dr. Bretislav Friedrich vom Fritz-Haber-Institut, Prof. Dr. Ulf Schmidt von der Universität Hamburg und Dr. Paul Walker, stellvertretender Vorsitzenderder CWC-Koalition.
Das Open-Access-Buch enthält die auf der Konferenz in Berlin vorgestellten Beiträge sowie zusätzliche Artikel unter anderem von Regierungsvertretern, renommierten Wissenschaftlern und angesehenen Vertretern der Zivilgesellschaft. In zweiundzwanzig Kapiteln werden die Auswirkungen des Chemiewaffenübereinkommens über die letzten drei Jahrzehnte beleuchtet. Zu den wichtigsten Errungenschaften zählen die Vernichtung fast aller gemeldeten Bestände von Chemiewaffen sowie die Verleihung des Friedensnobelpreises 2013 an die Organisation für das Verbot chemischer Waffen (Organization for the Prohibition of Chemical Weapons, OPCW), das ausführende Organ des Chemiewaffenübereinkommens. Highlights des Buches sind eine Grundsatzrede des ehemaligen Generaldirektors der OPCW, die Einblicke in die Entwicklung des Übereinkommens gewährt, sowie ein Abschnitt, in dem das Potenzial des CWC als Modell für die Abschaffung von Atomwaffen untersucht wird. Mit Blick auf die Zukunft beleuchtet der Band die gegenwärtigen und künftigen Herausforderungen der chemischen Abrüstung in einer Welt, die sich angesichts anhaltender Konflikte in instabilen Regionen wie Osteuropa und dem Nahen Osten auf eine neue geopolitische und sicherheitspolitische Ordnung ausrichtet.
Das Fritz-Haber-Institut unterstützt in besonderem Maße die Bemühungen, das Thema chemische Waffen neu zu bewerten und sich ganz allgemein mit einem dunklen Kapitel in der Geschichte des Instituts auseinanderzusetzen: die Erforschung und der Einsatz chemischer Waffen im Ersten Weltkrieg unter der Leitung des Gründungsdirektors und späteren Namensgebers des Instituts, Fritz Haber (1868–1934).
Über die Herausgeber
Bretislav Friedrich, geboren 1953 in Prag, Tschechien, ist emeritierter Forschungsgruppenleiter in der Abteilung für Molekülphysik am Fritz-Haber-Institut und Honorarprofessor an der Technischen Universität Berlin. Über seine wissenschaftliche Arbeit hinaus beschäftigt er sich seit langem mit Wissenschaftsgeschichte. Er engagiert sich für die Abschaffung chemischer und anderer Massenvernichtungswaffen. Aufgrund seines großen Interesses am wissenschaftlichen Publizieren war er in verschiedenen redaktionellen Funktionen tätig.
Der deutsch-britische Historiker Ulf Schmidt ist Professor für Neuere Geschichte an der Universität Hamburg und Gründungsdirektor des Zentrums für Gesundheits-, Ethik- und Gesellschaftsforschung. Seine Forschungsschwerpunkte sind die Geschichte der europäischen Eugenik und Rassenhygiene – mit Fokus auf Deutschland und Großbritannien im 19. und 20. Jahrhundert – sowie die Geschichte des nationalsozialistischen „Euthanasie“-Programms.
Der amerikanische Politikwissenschaftler Paul Walker ist ein anerkannter Experte für Rüstungskontrolle und für seinen jahrzehntelangen Einsatz für die Beseitigung chemischer Waffen bekannt. Er koordiniert die CWC-Koalition, ist stellvertretender Vorsitzender der Arms Control Association und Mitglied des International Security Advisory Board des US-Außenministeriums. Im Jahr 2013 wurde ihm für seine Arbeit der Right Livelihood Award verliehen.












