Vier Humboldt-Forschungsstipendien für FHI Forschende
In Anerkennung ihrer wissenschaftlichen Arbeit vergibt die Alexander-von-Humboldt-Stiftung Forschungsstipendien für Postdoktoranden an vier junge Forscher am Fritz-Haber-Institut: Dr. Alexander Gorfer aus der Abteilung Theorie, Dr. Roey Ben David und Dr. Young Jae Kim aus der Abteilung für Interface Science sowie Dr. Sejun An aus der Abteilung Molekülphysik.
Wir gratulieren allen vieren herzlich zu ihrem Humboldt-Forschungsstipendium für Postdoktoranden, das ihre wissenschaftliche Exzellenz unterstreicht und es ihnen ermöglicht, ihre Postdoc-Forschung zwei Jahre lang am Fritz-Haber-Institut fortzusetzen, um so ihre Karriere als eigenständige Forschende voranzutreiben. Das Humboldt-Postdoc-Stipendium ist eine renommierte Fördermaßnahme, die junge Forschende in ihrer beruflichen Entwicklung und akademischen Laufbahn umfassend unterstützt.
Dr. Alexander Gorfer hat ein renommiertes Humboldt-Stipendium erhalten, um ab dem 1. Juni 2026 seine Postdoc-Arbeit in der Gruppe von Dr. Matthias Kick in der Abteilung für Theorie zu absolvieren. Dr. Gorfer promovierte an der Universität Wien unter der Betreuung von Prof. Dellago und Prof. Abart. Seine Arbeit konzentrierte sich auf die Modellierung von Defekten, Unordnung und Volumeneigenschaften von Alkalifeldspat unter Verwendung von DFT, maschinellem Lernen, groß angelegten atomistischen Simulationen und eigens entwickeltem Code. Er arbeitete mit Forschern aus verschiedenen Disziplinen zusammen, von VASP-Entwicklern bis hin zu Geologen. Mit seinem Fachwissen wird Dr. Gorfer nun dazu beitragen, die Entwicklung effizienter Methoden zur Beschreibung von angeregten Zuständen in großen Quantensystemen in der Theorie Abteilung voranzutreiben. Er wird sein rechnerisches Framework zur Untersuchung realistischer Nanomaterialien einsetzen, um eine genaue und kosteneffiziente Vorhersage komplexer Eigenschaften angeregter Zustände in großen Systemen wie Core-Shell-Nanokristallen zu ermöglichen.
Dr. Young Jae Kim promovierte am Korea Advanced Institute of Science and Technology in Chemie. Seine Forschungstätigkeit am Fritz-Haber-Institut wird ab dem 1. Juni 2026 durch ein Humboldt-Stipendium gefördert. Er wird in der Abteilung Interface Science unter der Leitung von Dr. Shamil Shaikhutdinov und Prof. Beatriz Roldán Cuenya arbeiten. Seine Forschung konzentriert sich auf das Verständnis der Mechanismen der Ammoniaksynthese auf Einkristall-Eisenoberflächen unter Verwendung von NAP-Techniken (Near-Ambient Pressure), darunter NAP-Rastertunnelmikroskopie (NAP-STM) und NAP-Röntgen-Photoelektronenspektroskopie. Er wird die Wechselbeziehungen zwischen der hochdynamischen Oberfläche von Eisen während der Ammoniaksynthese und den verschiedenen möglichen Reaktionsmechanismen untersuchen. Seine Forschung wird um synchrotronbasierte Oberflächenanalysetechniken und Reaktivitätsstudien an aktiveren Eisen-Dünnschichtkatalysatoren erweitert. Diese Gelegenheit wird ihn synergetisch dabei unterstützen, seine Forschungsausbildung in einem breiten Spektrum modernster Charakterisierungsmethoden voranzutreiben und gleichzeitig zu lernen, wie er sich zu einem zukünftigen unabhängigen Forschenden entwickeln kann.
Dr. Roey Ben David wird ab dem 1. September 2026 durch das Humboldt-Stipendium gefördert. Er wird als Postdoktorand in der Forschungsgruppe von Dr. See Wee Chee tätig sein und von Direktorin Beatriz Roldán Cuenya in der Abteilung Interface Science mitbetreut werden. Er promovierte 2024 am Weizmann Institute of Science in Israel. Er plant, die strukturelle und morphologische Entwicklung von mono- und bimetallischen Katalysatoren während der Ammoniakzerlegung mittels Operando-Rasterelektronenmikroskopie zu untersuchen. Durch die Vertiefung des grundlegenden Verständnisses katalytischer Prozesse bei der Ammoniakzerlegung soll seine Forschung zur Entwicklung und zum rationalen Design effizienterer katalytischer Systeme für die Wasserstofferzeugung aus Ammoniak beitragen.
Dr. Sejun An wird ab dem 1. Juni 2026 durch ein Humboldt-Stipendium gefördert. Er promovierte 2024 am Korea Advanced Institute of Science and Technology (KAIST). Am Fritz-Haber-Institut baut seine Forschung auf der Technik des enantiomerspezifischen Zustandstransfers (enantiomer-specific state transfer, ESST) auf, die in der Gruppe von Dr. Sandra Eibenberger-Arias in der Abteilung Molekülphysik entwickelt wurde. Indem er die Fähigkeit von ESST nutzt, molekulare Quantenzustände entsprechend der molekularen Chiralität zu steuern, zielt seine Arbeit darauf ab, die räumliche Trennung von spiegelbildlichen Molekülen in der Gasphase zu erreichen. Außerdem entwickelt er neue Ansätze für die Zirkulardichroismus-Spektroskopie, die eine Chiralitätsanalyse direkt aus racemischen Molekülgemischen ermöglichen würden.
Das Fritz-Haber-Institut begrüßt die Stipendiaten Dr. Gorfer, Dr. Kim, Dr. Ben David und Dr. An und freut sich auf ihre wissenschaftlichen Beiträge sowie auf ihre weitere Mitarbeit im Forscherteam des Instituts in den nächsten zwei Jahren.
Über die Alexander von Humboldt Stiftung
Die Alexander von Humboldt-Stiftung ist für die Förderung internationaler wissenschaftlicher Zusammenarbeit bekannt. Seit ihrer Gründung im Jahr 1860 hat die Stiftung eine wesentliche Rolle dabei gespielt, Forschende weltweit zu vernetzen und den akademischen Austausch zu unterstützen.
Im Jahr 2023 unterhielt die Stiftung ein interdisziplinäres Netzwerk von über 30.000 Humboldtianer*innen in 140 Ländern weltweit. Unter ihnen wurden 61 mit einem Nobelpreis ausgezeichnet. Zwischen 2018 und 2022 wurden insgesamt 4.690 Forschungsaufenthalte in Deutschland an Universitäten und 1.790 an außeruniversitären Forschungseinrichtungen gefördert. In den letzten Humboldt-Rankings von 2023 führen Max-Planck-Institute die Liste der außeruniversitären Forschungseinrichtungen an, wobei das Fritz-Haber-Institut in Berlin an der Spitze steht. Das Fritz-Haber-Institut beherbergte in den Jahren von 2016 bis 2022 insgesamt 68 Forschende.












