Marie Skłodowska-Curie Stipendium für Dr. Jiajie Hou

20. Februar 2026

Dr. Jiajie Hou aus der Abteilung Interface Science des Fritz-Haber-Instituts erhält eines der renommierten Marie-Skłodowska-Curie-Postdoktorandenstipendien für ihr Forschungsprojekt „oCEMBER2mc“, in dem sie
Methoden zur Verwertung von aufgefangenem Kohlendioxid untersucht.

Die Nachwuchswissenschaftlerin Dr. Jiajie Hou arbeitet derzeit in der Gruppe “Dynamics at Electrocatalytic Interfaces” von Dr. Arno Bergmann in der Abteilung Interface Science von Direktorin Beatriz Roldán Cuenya am the Fritz-Haber-Institut. Mit ihrem Projekt zur Verwertung von CO2 setzte sie sich im kompetitiven Wettbewerb um ein renommiertes Marie-Skłodowska-Curie-Postdoktorandenstipendium durch - ein Meilenstein für die junge Forscherin.

In ihrem neuen Projekt wird Dr. Hou neue Methoden untersuchen, wie sich mit Hilfe von Membranelektrolyseuren aufgefangenes flüssiges Kohlendioxid in wertvolle Chemikalien aus Mehrfachkohlenstoffen umwandeln lässt. Durch die systematische Anpassung der Katalysatorstruktur, der Elektrolytzusammensetzung und der Elektrolyseurkonfiguration soll ihr Projekt aufklären, wie diese Designparameter die lokale elektrochemische Umgebung beeinflussen, in der die katalytischen Reaktionen stattfinden. Mit Methoden der operando-Raman-Spektroskopie und in-situ-Synchrotron-Röntgenanalyse will Dr. Hou die Umstrukturierung des Katalysators sowie bestimmte Eigenschaften seiner Grenzflächen wie den lokalen pH-Wert oder an der Oberfläche entstehende Zwischenprodukte beobachten und letztlich den Ionentransport unter realistischen Arbeitsbedingungen untersuchen. Die Korrelation der operando-Erkenntnisse mit Messungen der katalytischen Aktivität kann ein mechanistisches Bild davon liefern, wie sich die Oberfläche und Umgebung des Katalysators elektrochemisch entwickelt und die Reaktionswege steuert. Das Ziel dieses Projekts ist es, allgemeine Prinzipien zu erarbeiten, die die Architektur der Elektrolyseure mit Grenzflächenphänomenen in membranbasierten elektrochemischen Systemen verbinden. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen einen umfassenden Beitrag zum grundlegenden Verständnis elektrokatalytischer Grenzflächen leisten und als Leitfaden für die rationale Entwicklung von zukünftigen Technologien der Kohlenstoffumwandlung dienen.

Dr. Hou promovierte sich im Jahr 2024 an der Tsinghua University. Sie untersuchte Reaktionsmechanismen der kupferbasierten Umwandlung von Kohlendioxid unter hohem Druck und verwendete dabei speziell entwickelte elektrochemische Reaktoren und Methoden der in-situ Spektroskopie, um die katalytischen Grenzflächen zu untersuchen.

Das Fritz-Haber-Institut gratuliert Dr. Hou herzlich zu diesem bedeutenden Schritt in ihrer Karriere. Wir wünschen ihr viel Erfolg für ihr Forschungsprojekt und freuen uns auf die spannenden wissenschaftlichen Ergebnisse, die sie erwarten.

Über das Marie-Skłodowska-Curie-Stipendium

Die Marie-Skłodowska-Curie-Actions (MSCA) sind Teil des europäischen Rahmenprogramms für Forschung und Innovation „Horizont 2020“ und sollen gezielt die Karrieren junger internationaler Wissenschaftler aller Fachrichtungen zu fördern. Sie wurden nach Marie Skłodowska Curie benannt, die zweimal den Nobelpreis erhielt, einmal in Chemie und einmal in Physik. Die MSCA-Postdoktorandenstipendien werden jährlich an herausragende junge Forschende vergeben, um deren Karriere zu fördern und Exzellenz in der Forschung zu unterstützen. Bewerben können sich herausragende Forschende aller Nationalitäten und aus allen wissenschaftlichen Disziplinen, die nach Abschluss ihrer Promotion maximal bis zu acht Jahre in der Forschung tätig sind.

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