Prof. Dr. Melanie Müller zur Professorin an der Universität Bonn ernannt

10. April 2026

Prof. Dr. Melanie Müller, Leiterin der Forschungsgruppe „Ultrafast Scanning Probe Microscopy“ in der Abteilung für Physikalische Chemie am Fritz-Haber-Institut der Max-Planck-Gesellschaft, hat zum 1. April 2026 eine neue Professur für experimentelle Festkörperphysik an der Universität Bonn angetreten.

Ausbildung und Karriere

Seit April 2026: Professorin für experimentelle Festkörperphysik, Universität Bonn

2019: Gastwissenschaftlerin an der University of Colorado, Boulder, USA (Gastgeber: Prof. Dr. Markus Raschke)

2017 – 2026: Gruppenleiterin "Ultrafast Scanning Probe Microscopy", Fritz-Haber-Institut der Max-Planck-Gesellschaft

2017: Postdoktorandin am Fritz-Haber-Institut der Max-Planck-Gesellschaft

2017: Promotion in Physik, Freie Universität Berlin, Betreuer: Dr. Ralph Ernstorfer, Doktorarbeit: "Femtosecond low-energy electron imaging and diffraction using nanotip photoemitters"

2011 – 2017: Doktorandin in der Independent Max-Planck Research Group "Structural and Electronic Surface Dynamics" am Fritz-Haber-Institut der Max-Planck-Gesellschaft

2010: Diplom in Physik, Johannes-Gutenberg Universität Mainz, Betreuer: Prof. Dr. Arno Rauschenbeutel, Diplomarbeit: "Realization and characterization of a phase-locked laser system for coherent spectroscopy of fiber-coupled cesium atoms"

Forschungsschwerpunkt am FHI

Seit August 2017 leitet Melanie Müller die Forschungsgruppe „Ultrafast Scanning Probe Microscopy“ in der Abteilung für Physikalische Chemie am Fritz-Haber-Institut. Der Forschungsschwerpunkt ihrer Gruppe liegt dabei auf der experimentellen Untersuchung der räumlich-zeitlichen Dynamik an Festkörperoberflächen und in Quantenmaterialien und Nanostrukturen auf ultrakurzen Zeitskalen und mit sub-nanometer räumlicher Auflösung. Die innovative Kombination von Tieftemperatur-Rastersondenmikroskopie mit ultrakurzen Lichtpulsen und hochauflösender Spektroskopie ermöglicht es dem Team, ein detailliertes Verständnis grundlegender physikalischer Phänomene und Licht-Materie-Wechselwirkungen auf atomarer Ebene zu erlangen.

Interview Highlights

1. Wie kamst du ans FHI und wann?

2011 kam ich als Doktorandin in der „Independent Max Planck Research Group“ unter Leitung von Ralph Ernstorfer ans FHI. Nach einer kurzen Postdoc-Phase habe ich dann eine neue Juniorgruppe in der Abteilung Physikalische Chemie von Martin Wolf gegründet, die ich seitdem geleitet habe. 

2. Was hast du hier gemacht?

Seit meiner Doktorarbeit beschäftige ich mich mit der ultraschnellen Mikroskopie unter Verwendung metallischer Nanospitzen, die durch Femtosekunden-Laserpulse anregt werden. Im Rahmen meiner Doktorarbeit habe ich diese als Quelle für niederenergetische ultraschnelle Elektronenpulse verwendet. Nach meiner Promotion habe ich mich dann der Entwicklung und Anwendung der ultraschnellen Rastertunnelmikroskopie zur Untersuchung der ultraschnellen Dynamik und des Nichtgleichgewichtsverhaltens an Festkörperoberflächen auf Längenskalen von wenigen Nanometern bis in den Pikometerbereich gewidmet. Ein weiterer Schwerpunkt meiner Forschung liegt auf der Licht-Materie-Wechselwirkung und der optischen Spektroskopie in extrem lokalisierten optischen Nahfeldern.

3. Wie wurde deine Karriere unterstützt – FHI und MPG?

Das FHI und die Abteilung PC unter der Leitung von Martin Wolf haben für meine Forschung ideale Arbeitsbedingungen und ein inspirierendes und innovatives Umfeld geboten, in dem ich meinen Interessen mit großer Freiheit nachgehen konnte. Das mir entgegengebrachte Vertrauen, der kollegiale Erfahrungsaustausch, sowie Karriereförderprogramme der MPG wie „Sign up!“ haben meine Entwicklung als eigenständige Wissenschaftlerin zusätzlich unterstützt, wofür ich sehr dankbar bin.

4. Wie war die Zusammenarbeit in deinem Team?

Neben einem regelmäßigen wissenschaftlichen Austausch lege ich in der Zusammenarbeit mit meinen Gruppenmitgliedern und mit Kollegen großen Wert auf gegenseitige Wertschätzung und Vertrauen. Mein Anspruch ist, alle Mitarbeitenden in ihrer wissenschaftlichen Entwicklung möglichst individuell und engmaschig zu unterstützen, und dabei gleichzeitig ein hohes Maß an Eigenständigkeit und kritischen Denkens zu fördern.

5. Was wirst du für deine berufliche Zukunft mitnehmen?

Eine ganze Menge! Vor allem wissenschaftliche Inspiration, kritisches Denken, die Bedeutung von gutem Mentoring und wissenschaftlichen Netzwerken, oder ganz einfach die Erfahrung, wie man eine Forschungsgruppe leitet.

6. Was erwartet dich an deiner neuen Stelle?

Neben der 5. Jahreszeit am Rhein (lacht) freue ich mich als Professorin in Bonn vor allem darauf, noch enger mit Studierenden und dem wissenschaftlichen Nachwuchs zusammenzuarbeiten. Der neue Standort eröffnet zudem ganz neue wissenschaftliche Perspektiven und spannende Möglichkeiten, meine Forschungsansätze vielseitig zu erweitern. Ich freue mich auf den Aufbau einer neuen Arbeitsgruppe und auf die Einrichtung neuer Labore, in denen ich meine Forschung weiter ausbauen und neue Ideen entwickeln und umsetzen kann. 

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