Yair Litman und Sam Beaulieu zur Teilnahme an Lindauer Nobelpreisträgertagung 2020/21 ausgewählt

9. April 2020

Der Doktorand und der Postdoktorand des FHI wurden zu der wichtigen Veranstaltung zugelassen, die an ihrem 70. Jahrestag 660 junge Wissenschaftler*innen aus 101 Ländern sowie 70 Nobelpreisträger*innen aus verschiedenen akademischen Bereichen, darunter auch Physik und Chemie, beherbergen wird.

Der Max Planck Nobelreisträger Stefan Hell, der 2014 den Nobelpreis für Chemie erhalten hat, auf der Lindauer Tagung 2015.

Das Lindauer Treffen ermöglicht es jungen Wissenschaftler*innen aus aller Welt, auf einer malerischen Insel im Osten des Bodensees mit Nobelpreisträger*innen sowie miteinander in Kontakt zu treten. Das Lindauer Treffen 2020, das nun aufgrund der Corona-Pandemie erst 2021 stattfinden wird, ist etwas ganz Besonderes. Während das Treffen normalerweise auf ein spezielles Thema ausgerichtet ist (jährlich abwechselnd Physiologie und Medizin, Physik oder Chemie), findet alle fünf Jahre ein interdisziplinäres Treffen statt.

Yair Litman - Doktorand mit Leiderschaft für interdisziplinäre Forschung

Für Yair Litman, der zu den über 30 Teilnehmer*innen innerhalb der Max-Planck-Gesellschaft gehört, ist dieser interdisziplinäre Charakter besonders reizvoll. Er arbeitet an der Schnittstelle zwischen Physik und Chemie in der Forschungsgruppe "Simulations from Ab Initio Approaches: Structure and Dynamics from Quantum Mechanics" in der Theorieabteilung des Fritz-Haber-Instituts, die von Dr. Mariana Rossi geleitet wird, und die erst kürzlich an das MPI für Struktur und Dynamik der Materie im Hamburg umzog.

Yair Litman (rechts) und seine Betreuerin Mariana Rossi (links) feiern den Preis, den Litman für das Poster "Elucidating the Nuclear Quantum Dynamics of Porphycene" auf der 81. Okazaki Konferenz in Okazaki (Japan) im Dezember 2019 bekommen hat.

"Seit Beginn meiner akademischen Karriere habe ich es immer gern gesehen, wenn meine Projekte für mehrere Disziplinen relevant sind", erklärt er. "Daher habe ich mich dazu entschieden, in meiner Doktorarbeit Wasserstofftransferreaktionen zu untersuchen. Diese Art von Reaktionen gehören einerseits zu den grundlegendsten Prozessen, die Leben ermöglichen und auch bei der Entwicklung verschiedener Technologien wie der Brennstoffzelle von entscheidender Bedeutung sind. Andererseits stellen sie, auch wenn sie als elementare Phänomene erscheinen mögen, weiterhin unser grundlegendes Verständnis von Chemie und Physik auf atomarer Ebene in Frage".

Das Lindauer Treffen 2020/21 ist daher für ihn eine einzigartige Gelegenheit, mit Nobelpreisträger*innen und anderen jungen Wissenschaftler*innen aus seinen beiden Forschungs-Disziplinen in Kontakt zu treten. Das Leitmotiv "Educate. Inspire. Connect." hat er sich zu Herzen genommen. "Ich freue mich sehr darauf, an den informellen Sitzungen zwischen talentierten Studierenden und etablierten Wissenschaftler*innen aus der ganzen Welt teilzunehmen und authentische und offene Diskussionen mit ihnen zu führen", sagt er. "Die intime Atmosphäre, die zwischen den Studierenden und den Nobelpreisträger*innen gefördert wird, erleichtert den Austausch von Ideen nicht nur über die Wissenschaft, sondern auch über ihre persönlichen Erfahrungen auf dem akademischen Weg. Ich bin überzeugt, dass diese Dialoge meine Vision darüber, was es bedeutet, Wissenschaftler zu sein, erweitern und die Gegenwart und Zukunft meiner akademischen Laufbahn wesentlich beeinflussen werden.“

Sam Beaulieu in seinem Labor am INRS-EMT, Kanada.

Sam Beaulieu - PostDoc mit breitem wissenschaftlichem Interesse

Dr. Sam Beaulieu wird ebenfalls an der Tagung in Lindau teilnehmen. Beaulieu arbeitet als Banting Fellow in Ralph Ernstorfers "Structural & Electronic Surface Dynamics Group" (Abteilung für Physikalische Chemie) und wurde von der kanadischen Regierung für die Teilnahme nominiert. "Die Idee, Nobelpreisträger und eine große Gruppe junger Wissenschaftler zusammenzubringen, um den wissenschaftlichen Austausch zu fördern, ist eine äußerst reizvolle Idee, und Teil dieses Abenteuers zu sein, ist natürlich super aufregend", sagt er. Beaulieus wissenschaftliche Interessen sind sehr breit gefächert. Während er einen Doktortitel in Molekularphysik besitzt, forscht er jetzt an der FHI auf dem Gebiet der Physik der kondensierten Materie. Die Teilnahme an der offenen Tagung in Lindau passt ihm daher gut. "Es ist ein idealer Rahmen, um neue Ideen mit jungen und älteren, weltweit führenden Wissenschaftlern auszutauschen. Es kommt recht selten vor, dass man eine Woche lang mit Forschern über Physik diskutieren kann, die außerhalb unseres spezifischen Forschungsgebiets arbeiten. Ich bin sicher, dass dies zur Entstehung großartiger interdisziplinärer Ideen führen wird", fügt er enthusiastisch hinzu. 

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