Karsten Reuter kehrt als neuer Direktor zurück an das Fritz-Haber-Institut

2. März 2020

Prof. Dr. Karsten Reuter ist neuer Direktor am Fritz-Haber-Institut der Max-Planck-Gesellschaft in Berlin. Bislang war er Inhaber des Lehrstuhls für Theoretische Chemie an der Technischen Universität München und Sprecher des von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Exzellenzclusters „e-conversion“. Der hochkarätige Wissenschaftler übernimmt die Abteilung Theorie ab dem 1. März 2020 nebenamtlich, und ab dem 1. August im Hauptamt. 

Prof. Dr. Karsten Reuter

Karsten Reuters Forschung umfasst im Wesentlichen die Umwandlung und Speicherung von Energieformen im Kontext einer regenerativen Energieversorgung. Prozesse wie die photovoltaische Erzeugung von elektrischem Strom, die Speicherung in Batterien oder die Umwandlung in chemische Energieträger wie Wasserstoff und synthetische Kraftstoffe sind aktuell nicht effizient genug oder bedürfen seltener oder toxischer Materialien und Katalysatoren. Der Theoretiker untersucht speziell die an Grenz- und Oberflächen stattfindenden Schritte, die diese Prozesse limitieren, und entwickelt hierzu moderne Multiskalenmodellierungs- und Simulationsverfahren. Mit diesen Verfahren kann er viele Größenordnungen überbrücken und auf Supercomputern die Prozesse von den elementaren molekularen Reaktionen bis zum Reaktor oder einer Brennstoffzelle im Detail studieren. „Prof. Reuter überzeugt seit vielen Jahren durch innovative und exzellente Forschung, die national wie international ihresgleichen sucht. Wir sind sehr erfreut, ihn für unser Institut und die Max-Planck-Gesellschaft gewonnen zu haben,“ sagt Prof. Gerard Meijer, Geschäftsführender Direktor des Instituts.

„Eine enorme Herausforderung sind die starken Veränderungen der Struktur und Zusammensetzung der Grenzflächen im laufenden Betrieb des Energiewandlers“ sagt Prof. Reuter. Gerade in der explosionsartigen Entwicklung von Verfahren des maschinellen Lernens und der künstlichen Intelligenz sieht er jedoch ungeahnte Möglichkeiten für revolutionäre Durchbrüche. Mit seinem Team gehört er zu den Pionieren, die diese Verfahren mit der klassischen Modellierung und Simulation verbinden. Die hierzu erforderlichen methodischen Entwicklungen sollen auch einen Schwerpunkt der Aktivitäten der Abteilung am Institut bilden. Damit sollen die in den experimentellen Abteilungen laufenden Messungen ergänzt werden. „Die unvergleichliche Infrastruktur des Fritz-Haber-Instituts mit seinen herausragenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern bietet eine ideale Umgebung für unsere Arbeiten“, meint Karsten Reuter. Reuter, der bereits zwischen 1999 und 2009 mehrfach am Fritz-Haber-Institut geforscht hat, kennt sich dort gut aus und kehrt gern zurück. „Ich freue mich sehr, nun als Direktor Mitglied dieses Institutes zu werden und zu seiner wissenschaftlichen Weiterentwicklung beizutragen“.

Prof. Reuter studierte und promovierte in Physik an der FAU Erlangen-Nürnberg, und forschte währenddessen auch in Madrid und Milwaukee im Bereich der theoretischen Oberflächenphysik. Nach Aufenthalten am Fritz-Haber-Institut und am FOM-Institut in Amsterdam habilitierte er sich 2005 an der FU Berlin. Bis zu seiner Berufung als Lehrstuhlinhaber an der TU München im Jahr 2009 und seiner Arbeit am dortigen Zentralinstitut für Katalyseforschung (CRC) leitete er eine selbständige MPG Nachwuchsgruppe. Zuletzt hielt er Gastprofessuren in Stanford (2014), dem Massachusetts Institute of Technology (2018) und dem Imperial College London (2019) inne. 

Karsten Reuter ist ein hoch angesehener Wissenschaftler und einer der führenden Vertreter im Bereich der Modellierung und Simulation katalytischer Prozesse. Neben seinem Lehrstuhl leitet der mehrfach ausgezeichnete 49-jährige Forscher unter anderem die Arbeitsgruppe “Bridging Length and Time Scales” des Europäischen Psi-k Netzwerks, ist Mitglied des Leitungskreises der „Solar Technologies go Hybrid“ Initiative des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Forschung und Vorsitzender des Fachverbandes Oberflächenphysik der Deutschen Physikalischen Gesellschaft.

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