Prof. Dr. Laurenz Rettig wird Professor an der RPTU Kaiserslautern-Landau

15. Januar 2026

Prof. Dr. Laurenz Rettig, zuvor Leiter der Forschungsgruppe „Dynamik korrelierter Materialien” in der Abteilung Physikalische Chemie des Fritz-Haber-Instituts der Max-Planck-Gesellschaft, wurde zum Professor an der Rheinland-Pfälzischen Technischen Universität (RPTU) Kaiserslautern-Landau berufen, und hat diesen Ruf angenommen. Er hat zum 1. Januar 2026 an die RPTU gewechselt.

Ausbildung und Karriere

2017-2024: Emmy Noether Gruppenleiter, Fritz-Haber-Institut der Max-Planck-Gesellschaft (FHI), Berlin

Seit 2016: Gruppenleiter, Fritz-Haber-Institut der Max-Planck-Gesellschaft (FHI), Berlin

2013 – 2015: Postdoc an der Swiss Light Source, Paul-Scherrer-Institut, Schweiz

2012 – 2013: Postdoc bei Prof. Dr. U. Bovensiepen an der Universität Duisburg-Essen

2012: Ph.D. in Experimentalphysik, Freie Universität Berlin, Dissertation: „Ultrafast dynamics of strongly correlated electrons“, Betreuer: Prof. Dr. M. Wolf and Prof. Dr. U. Bovensiepen

2008: Diplom in Physik, Freie Universität Berlin, Diploma Thesis: „Ultrafast dynamics in Pb/Si(111) quantum wells“, Betreuer: Prof. Dr. M. Wolf

Forschungsschwerpunkt am FHI

Prof. Dr. Laurenz Rettig hat am FHI die Forschungsgruppe „Dynamics of Correlated Materials ” in der Abteilung für Physikalische Chemie aufgebaut und geleitet. Die Gruppe versucht komplexe Wechselwirkungsphänomene in Festkörpern zu verstehen, beispielsweise zwischen Elektronen und Gitter- oder Spin-Anregungen, mit dem Ziel, das Auftreten faszinierender Quantenphänomene wie Supraleitung, Metall-Isolator-Übergänge oder magnetische Ordnung zu ergründen.

Hierfür kombiniert die Gruppe verschiedene komplementäre ultraschnelle Untersuchungsmethoden, um mikroskopische, dynamische Wechselwirkungsprozesse in komplexen Quantenmaterialien zu charakterisieren. Insbesondere hat die Gruppe bedeutende Fortschritte in der zeit- und winkelaufgelösten Photoemissionsspektroskopie und Impulsmikroskopie erzielt und diese Techniken auf verschiedene Materialien mit interessanten Eigenschaften angewendet. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf Experimenten zur Dynamik magnetischer Materialien, darunter auch Experimente an großen Forschungseinrichtungen.

Forschungsschwerpunkt der neuen Position an der RPTU Kaiserslautern-Landau

Die zukünftige Forschung an der RPTU Kaiserslautern-Landau wird direkt auf früheren Projekten am FHI aufbauen, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf dem Aspekt der ultraschnellen optischen Steuerung von Quantenmaterialien liegt. Zu diesem Zweck wird Prof. Dr. Rettig weiterhin auf eine Kombination verschiedener Methoden zurückgreifen und diese beispielsweise um spin- und zeitaufgelöste Photoemission erweitern.

Interview Highlights

1. Wie kamst du ans FHI und wann?

Nach meinem Postdoc übernahm ich im Februar 2016 die Leitung der Gruppe „Dynamics of Correlated Materials”. Die Gruppe wurde zuvor von Dr. Patrick Kirchmann gegründet, der anschließend nach Stanford wechselte. In der Zwischenzeit hatte Prof. Dr. Martin Wolf die Interims-Leitung der Gruppe übernommen.

2. Was hast du hier gemacht?

Zusammen mit meiner Gruppe habe ich einen neuartigen Aufbau für zeit- und winkelaufgelöste Photoemission implementiert und weiterentwickelt. Darauf aufbauend habe ich das Forschungsprojekt für meine Emmy-Noether Gruppe entwickelt, die ich ab 2017 am FHI angesiedelt habe.

3. Wie wurde deine Karriere unterstützt – FHI und MPG?

Ich habe am FHI eine phantastische Arbeitsatmosphäre und große Forschungsfreiheit genossen. Insbesondere die Unterstützung und das Mentoring durch Prof. Dr. Martin Wolf und Prof. Dr. Ralph Ernstorfer haben mir sehr bei der Planung meiner Karriere und bspw. der Einwerbung von Drittmittelprojekten geholfen.

4. Wie war die Zusammenarbeit in deinem Team?

Meine Arbeit hat eine enge Zusammenarbeit mit anderen Arbeitsgruppen in der Physikalischen Chemie geprägt, insbesondere mit der Arbeitsgruppe von Ralph Ernstorfer. Regelmäßige Abteilungsseminare und Workshops waren hierbei wesentliche Ideengeber. In meiner Rolle als Gruppenleiter war es mir stets ein Anliegen, meinen Mitarbeitern möglichst engmaschige Betreuung und Entwicklungsmöglichkeiten anzubieten, ohne zu strenge Vorgaben zu geben.

5. Was wirst du für deine berufliche Zukunft mitnehmen?

Die offene und wertschätzende Arbeitsatmosphäre am FHI möchte ich gerne in meine neue Arbeitsgruppe mitnehmen. Der interdisziplinäre Charakter der Forschung am FHI war sehr hilfreich, um sich auch in recht weit vom eigenen Forschungsfeld entfernte Themen einzudenken, was oft genug neue Denkansätze und Ideen generierte.

6. Was erwartet dich an deiner neuen Stelle?

Sicherlich beinhaltet die Arbeit als Universitätsprofessor auch viele neue Herausforderungen, mit denen man an außeruniversitären Forschungsinstituten nicht unbedingt in Berührung kommt. Diesen neuen Herausforderungen und Möglichkeiten an der RPTU blicke ich zuversichtlich entgegen, und freue mich meine Forschung zur ultraschnellen Dynamik und Kontrolle in Quantenmaterialien nun mit einer unbefristeten Stelle fortsetzen und ausbauen zu können. Durch einen zeitlichen Überlapp mit meinem Vorgänger Prof. Dr. Martin Aeschlimann sowie andauernde Kooperation mit dem FHI hoffe ich meine Arbeit dort nahtlos aufnehmen zu können. Mich erwartet an der RPTU ein exzellentes Forschungsumfeld und sehr engagierte Kolleg*innen.

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