Mit Neugier, Ausdauer und wissenschaftlicher Exzellenz: FHI Alumna Antonia Herzog erhält Professur an der DTU

10. November 2025

Antonia Herzog, die 2023 ihre Doktorarbeit in der Abteilung Interface Science abschloss, erhält nach zwei Jahren als Postdoctoral Researcher am MIT eine Tenure-Track-Assistant-Professur am Institut für Chemie der Technischen Universität Dänemark (DTU). Mit ihrer Erfolgsgeschichte ermutigt die junge Nachwuchswissenschaftlerin Frauen in der Wissenschaft eine akademische Karriere zu verfolgen.

Wir freuen uns sehr, dass Dr. Antonia Herzog, eine Alumna des Instituts und hervorragende Nachwuchswissenschaftlerin, ab November dieses Jahres die Möglichkeit bekommt, ihre eigene Forschungsgruppe aufzubauen. Sie tritt eine Tenure-Track-Assistant Professur am Institut für Chemie der Technischen Universität Dänemark (DTU) an.

Der Forschungsschwerpunkt ihrer neuen Gruppe wird auf der nachhaltigen Elektrosynthese liegen: Mit Methoden der Elektrochemie will Dr. Herzog aus einfachen Grundbausteinen wie Kohlendioxid, Schwefel und Stickstoff neue chemische Verbindungen herstellen, die in der chemischen Industrie gebraucht werden. Nachhaltigkeit soll im Fokus der neuen Synthesewege stehen. Unter Anwendung von Operando-Charakterisierungsmethoden, Hochdurchsatzverfahren und modernem Katalysator-Elektrolyt-Design will die Wissenschaftlerin neue chemische Verbindungen entwickeln und Lücken im mechanistischen Verständnis der chemischen Reaktionen schließen.

Inhaltlich schließt die Forschung ihrer neuen Gruppe damit an ihre Arbeit am FHI an. Unter der Anleitung von Prof. Beatriz Roldan Cuenya und Dr. Arno Bergmann hat Dr. Herzog während ihrer Doktorarbeit in der Abteilung Interface Science zur elektrochemischen Umwandlung von Kohlendioxid geforscht. Sie untersuchte hierfür, wie die chemischen Reaktionen auf der Oberfläche von nanostrukturierten Katalysatoren ablaufen.

Im Anschluss an ihre Dissertation wechselte Dr. Herzog als Postdoktorandin ans berühmte Massachusetts Institute of Technology (MIT) in den USA, und erweiterte ihre Expertise im Bereich der nachhaltigen Elektrochemie. Sie arbeitete hier unter der Leitung von Prof. Dr. Yang Shao-Horn im Bereich elektrochemische Energieforschung und entwickelte neue spektroskopische Methoden, um die elektrochemische Reduktion von Stickstoff zu Ammoniak - als nachhaltige Alternative zum energieaufwändigen Haber-Bosch-Prozess - im laufenden Betrieb zu untersuchen. Darüber hinaus erhielt Dr. Herzog Einblicke in neue Bereiche wie die Batterieforschung.

Die akademische Karriere von Antonia Herzog ist beeindruckend. Die junge Wissenschaftlerin kann durch ihre Professur nun ihre ganz eigenen Forschungsschwerpunkte setzen – in der sehr kompetitiven Welt der Wissenschaft ein Meilenstein. Insbesondere für junge Frauen, die in den Naturwissenschaften nach wie vor unterrepräsentiert sind, vor allem auf den höheren Karrierestufen. Umso mehr freuen wir uns über den Erfolg von Dr. Herzog und zeigen ihren Werdegang hier auch als Ermutigung für andere Frauen in der Wissenschaft!

Auf die Frage danach, was sie Nachwuchswissenschaftlerinnen als Anregung mit auf den Weg geben würde, antwortet Dr. Herzog: „Ich würde jungen Wissenschaftlerinnen vor allem raten, ihre Neugier und Begeisterung lebendig zu halten und sich von Rückschlägen nicht entmutigen zu lassen. Forschung lebt vom Mut, Neues auszuprobieren, auch wenn die Ergebnisse ungewiss sind.“

Sich gegenseitig zu bestärken und zu unterstützen, kann sehr hilfreich sein, so Dr. Herzog. „Ein starkes Netzwerk früh aufzubauen, kann dabei enorm helfen. Mich persönlich haben Frauen als Vorbilder oft besonders inspiriert, sie zeigen, dass es viele Wege gibt, erfolgreich und authentisch in der Wissenschaft zu sein. Ich hatte zwei von ihnen als meine Supervisor während meiner Promotion (Prof. Roldan) und als Postdoc (Prof. Shao-Horn). Ebenso prägend war für mich die Erfahrung, international zu arbeiten und ins Ausland zu gehen, neue Perspektiven, Arbeitskulturen und Netzwerke erweitern den eigenen Horizont ungemein. Sehr hilfreich ist es außerdem, sich frühzeitig eine Mentorin oder einen Mentor zu suchen, die oder der Orientierung und Rückhalt geben kann.“

Einen allgemeinen Tipp zum Thema akademische Karriere hat Dr. Herzog auch: „Man sollte sich nicht scheuen, sich frühzeitig zu bewerben, auch wenn man sich noch nicht ganz bereit fühlt, denn wenn man glaubt, jetzt ist der perfekte Zeitpunkt, ist es meist schon zu spät. Der richtige Moment entsteht oft erst, wenn man den Schritt wagt.“

Wir wünschen Dr. Herzog alles Gute für ihre wissenschaftliche Zukunft und sind gespannt auf ihre kommenden Forschungsprojekte.

Ausbildung und Karriere von Dr. Antonia Herzog

Ab November 2025: Tenure-Track-Assistant-Professur am Department of Chemistry der Technischen Universität Dänemark (DTU)

2023-2025: Postdoc am Massachusetts Institute of Technology im Electrochemical Energy Laboratory (MIT) bei Prof. Dr. Yang Shao Horn, Forschung zu elektrochemischer Aktivierung und Umwalndlung von N2 und CO2 sowie Li-Batterien

2019-2023: Doktorabeit am Fritz-Haber-Institut der Max-Planck-Gesellschaft in der Abteilung Interface Science bei Prof. Dr. Beatriz Roldan Cuenya und Dr. Arno Bergmann und an der TU Berlin, PhD thesis: “Operando insights into size and shape-controlled Cu-based nanocatalysts for the electrochemical reduction of CO2 toward C2+ products

2013-2018: Chemiestudium an der FU Berlin und der TU Berlin

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